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Interview mit Lehrgangsleiterin Silvia Pirovano

«Ich pflege so, wie ich im Alter selbst gepflegt werden möchte»

In ihre Kurse fliessen die Erfahrungen aus 35 Jahren Praxis: Silvia Pirovano gibt beim SRK Kanton Bern Weiterbildungskurse für Pflegehelfer/-innen. Im Interview verrät die Bernerin ihre persönliche Pflegephilosophie. Und sie zeigt auf, warum sich Weiterbildungen lohnen.

Silvia Pirovano, Lehrgangsleiterin beim SRK Kanton Bern, arbeitet leidenschaftlich gerne mit Menschen.

Silvia Pirovano, was ist Ihre persönliche Pflegephilosophie?
Mein Grundsatz lautet: Ich pflege so, wie ich im Alter selbst gepflegt werden möchte. Ich persönlich möchte selbst bestimmen und gezielte Unterstützung erhalten – damit ich so lange wie möglich meine Selbstständigkeit aufrechterhalten kann. Ich möchte nach meinen Wünschen und Bedürfnissen gefragt und ernst genommen werden. Ziel in der Langzeitpflege ist es, die Lebensqualität von älteren und pflegebedürftigen Menschen zu erhalten und wenn möglich zu fördern. Um dieses Ziel zu erreichen, müssen Pflegehelfer/-innen das Krankheitsbild verstehen und die Pflegeschwerpunkte kennen. Indem sie genau hinschauen und einfühlsam kommunizieren, können Pflegehelfer/-innen dem betreuten Menschen gezielte Unterstützung anbieten, also Hilfe zur Selbsthilfe.

Was gefällt Ihnen am Unterrichten besonders?
Ich arbeite leidenschaftlich gerne mit Menschen. Ich finde es spannend, mit der Gruppe ein gemeinsames Ziel zu verfolgen: als Team den Lehrgang erfolgreich abschliessen. Bei den Weiterbildungen für Pflegehelfer/-innen wünsche ich mir, dass die Teilnehmenden möglichst viel für ihre persönliche Praxis mitnehmen können. Und dass sie auch den Mut haben, das Gelernte in die Praxis umzusetzen, und experimentierfreudig sind.

Sie sind seit 17 Jahren Ausbilderin beim SRK. Wird es Ihnen nicht langweilig?
Nein, meine Arbeit ist sehr abwechslungsreich. Jede Klasse ist anders, alle bringen ihren Rucksack voller spannender Erfahrung mit. Ausserdem entwickeln wir beim SRK die Lehrgänge und Kurse laufend weiter. Die Heime verändern sich, und wir passen unseren Unterricht der Praxis an. Zudem bilden wir Ausbilderinnen uns laufend weiter, damit wir stets auf dem neusten Stand sind.

Ist es wichtig, sich regelmässig weiterzubilden?
Ja, eine Weiterbildung gibt Sicherheit sowie neue Anregungen, Ideen und Möglichkeiten für die Praxis. Den Lehrgang «Passage SRK – Lehrgang in Palliative Care» zum Beispiel empfehle ich allen, die im Pflegeheim oder bei der Spitex arbeiten. Die Teilnehmenden erfahren im Lehrgang, wie sie Menschen auf ihrem letzten Lebensabschnitt bestmöglich begleiten können. Ich selbst mache zurzeit eine Weiterbildung im Bereich Palliative Care. Die neuen Erkenntnisse kann ich den Teilnehmenden im Unterricht weitergeben.

Zur Person
Silvia Pirovano (58) ist Pflegefachfrau und Erwachsenenbildnerin HF. Sie ist Ausbilderin für die Lehrgänge «Pflegehelfer/-in SRK» und «Passage SRK – Lehrgang in Palliative Care» und gibt verschiedene Weiterbildungskurse für Pflegehelfer/-innen mit Schwerpunkt Demenz. Silvia Pirovano verfügt über langjährige und vielseitige Erfahrung sowohl bei der Spitex als auch in der stationären Langzeitpflege.

Weiterbildungen für Pflegehelfer/-innen

Newsletter Oktober 2019: Übersicht