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Motivation verleiht Flügel und Musik kann ungemein beschwingen

Am 24. September 2019 lauschten im Berner Rathaus rund 170 Mitglieder des SRK Kanton Bern, Region Mittelland drei sehr persönlichen Betrachtungen zum Thema Motivation. Gekrönt wurde der Anlass von einem mitreissenden musikalischen Feuerwerk, das Mario Batkovic seinem Akkordeon entlockte.



Im altehrwürdigen Grossratssaal begrüsste Philippe Daucourt, Leiter Region Mittelland, die Anwesenden mit dem Foto eines strahlenden Kindes, das sich «Flügel» umgeschnallt hat: «Kindern fällt es leichter als uns Erwachsenen, an Wunder zu glauben.» Doch Glaube vermöge Berge zu versetzen - wie in der Fabel vom Frosch, der bei einem Wettlauf erreicht, was unmöglich schien. Dies allen Unkenrufen - «Das schafft ihr nie!» - zum Trotz. Die Pointe: Er war taub.
Motivation verschaffe Rückenwind, den wir uns von Zweiflern nicht nehmen lassen sollten. Als prägende Faktoren für die individuelle, situationsbedingte Motivation sieht Philippe Daucourt persönliche Wünsche, Bedürfnisse und Einstellungen. Genau wie in einer Familie oder Beziehung dürfe dabei eines nicht fehlen: «commitment» im Sinne von «Ich tue es, obwohl einige Wünsche unerfüllt bleiben.» Wichtig sei ferner, den richtigen Platz zu finden - ein Betätigungsfeld, auf dem sich die eigenen Fähigkeiten entfalten können. «Schon viele haben den ihren gefunden», sagte der Regionalleiter an die Adresse der versammelten Mitglieder und versicherte diesen seine Dankbarkeit.

«Etwas bewegen zu können in dieser Welt»
Schon seine Grossmutter habe ihm mit ihrem Strick-Einsatz für die Rotkreuz-Familie etwas eingepflanzt, verriet der neue SRK-Präsident Thomas Heiniger. Was das Rote Kreuz tue, decke sich voll mit den Werten, die ihm auch als Politiker schon als Richtschnur gedient hätten. «Mit einer einmaligen humanitären Institution unterwegs sein und etwas bewegen zu können, in dieser Welt, in der Schweiz, hier im Kanton Bern», ob für die Gesundheit von Menschen oder ihre soziale Integration, so lasse sich seine Triebfeder umschreiben.
Der langjährige Zürcher Gesundheitsdirektor unterstrich, wie wichtig ihm Freiheit und Autonomie des Menschen seien: «Selbstbestimmung macht uns stark.» Anderseits brauche es Gemeinsinn, das Streben nach Gemeinwohl. Weltweit wüchsen die Ungleichheit und der Bedarf nach humanitärer Hilfe. Immer häufigere Naturkatastrophen und kriegerische Konflikte würden immer mehr Menschen zur Flucht zwingen. Das Rote Kreuz, schloss Thomas Heiniger, müsse anpassungsfähig bleiben und Nähe durch die Regionalstellen ebenso gewährleisten wie eine starke, leistungsfähige Gesamtstruktur.

«Damit Menschen ein würdiges Leben führen können»
Rita Gisler, Vorstandsmitglied SRK Kanton Bern, stellte ihr Referat unter das Motto «Motivation als treibende Kraft». Ob die SRK-Mitglieder aus Pflichtgefühl, Menschenliebe oder Mitgefühl mit Benachteiligten handelten oder weil es beglückend ist, glücklich zu machen: Motivation sei meist etwas Vielschichtiges. Im Fall des Engagements fürs Rote Kreuz aber kaum etwas Zufälliges, sondern eine subjektive und situative Wahl.
«Selber eine Bürolistin, bewunderte ich immer diejenigen Mitarbeitenden am meisten, die direkt mit den betroffenen Menschen arbeiteten», schaute Rita Gisler auf ihre Anstellung beim SRK in den 1990er-Jahren zurück. Seit 2011 ehrenamtlich auf der strategischen Ebene tätig, könne sie - was Motivation genug sei - ihr Wissen nutzbringend einsetzen. Für ein SRK, das möglichst überall da ist, «wo Menschen Unterstützung brauchen, um ein würdiges Leben führen zu können».

Ein Alleskönner auf dem Akkordeon
Nachdem Philippe Daucourt noch kurz auf Neuerungen bei drei SRK-Dienstleistungen hingewiesen hatte, zog der Berner Akkordeonist Mario Batkovic das Publikum mit seinem einzigartigen Spiel vom ersten bis zum letzten Ton in seinen Bann - als wollte er beweisen, dass auch musikalisch so gut wie nichts unmöglich ist. Entsprechend aufgeräumt war die Stimmung danach beim Apéro in der Rathaushalle.

Bildergalerie Mitgliederanlass 2019