«Beim SRK arbeite ich nicht an Fällen, sondern mit Menschen», sagt Sandra Wenger. Gemeinsam mit ihrem Team unterstützt sie geflüchtete Menschen dabei, im Schweizer Arbeitsmarkt Fuss zu fassen. «Ich sehe jeden Tag, dass unsere Arbeit einen Unterschied macht - das erfüllt mich».
Die Jugendliche, die vor Sandra Wenger sitzt, ist erst seit Kurzem in der Schweiz. Eloquent beantwortet sie die Fragen, wirkt wach und interessiert. Die Arbeitsangebote, die heute auf dem Tisch liegen, fühlen sich für Sandra nicht passend an. Dieses junge Mädchen hat das Zeug für einen anspruchsvollen Bildungsweg.
Fluchterfahrung, fremde Sprache, ein anderes Schulsystem – all das erschwert den Anschluss. Oft führt der erste Schritt in eine Tätigkeit ohne Ausbildung.
«Der direkte Weg an das Gymnasium ist selten», weiss Sandra aus Erfahrung, «aber er ist nicht unmöglich.» Sie bespricht den Fall mit ihrem Team. Gemeinsam prüfen sie Möglichkeiten, sprechen mit Schulen und klären Voraussetzungen. Wenige Tage später erhält die junge Frau die Zusage fürs Gymnasium.
Sandra weiss, wie viel an solchen Entscheidungen hängt. Für die Menschen, die zum Job-Coaching kommen, geht es um mehr als Arbeit zu finden: «Es geht um ihre Zukunft.»
Wenn sich eine Perspektive öffnet, sieht Sandra, was ihre Arbeit bewirkt. Genau darin zeigt sich für sie, was ihren Job besonders macht: «Wir arbeiten hier nicht an Fällen. Wir arbeiten mit Menschen.»