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Erfahrungsbericht

Einmal durchatmen dank Spaziergängen

Hans Lüthi ist innerhalb kurzer Zeit erblindet – eine herausfordernde Situation für den bald 87-Jährigen und seine Frau. Wenn er mit der Freiwilligen Anita Dähler spazieren geht, kann Willma Lüthi durchatmen.

Hans und Anita spazieren, Hans geht am Stock und ist bei Anita eingehakt

«Wenn die beiden unterwegs sind, muss ich nicht aufpassen, dass Hans nichts umstösst oder sich verletzt», sagt Willma Lüthi. Ihr Mann ist rüstig, Gelenkschmerzen kennt er nicht. Täglich macht er seine Gymnastikübungen. Sein Gedächtnis funktioniert einwandfrei. Nur das Augenlicht hat er nach und nach verloren und ist seit etwas mehr als einem Jahr fast gänzlich blind.

«Kartoffeln rüsten kann ich noch!», lacht der gebürtige Emmentaler. Seinen Humor hat er bewahrt. Doch im Alltag ist er auf die Hilfe seiner Frau angewiesen. Seit 64 Jahren sind die beiden verheiratet, liebevoll nennt er sie «meine Perle».

 

Ständig auf der Hut
«Ich lasse meinen Mann ungern allein und nehme ihn überall hin mit», erklärt Willma Lüthi. Doch selbst in der Wohnung sei es für ihn nicht ungefährlich. Neulich hat er sich versehentlich neben den Sessel gesetzt und ist gestürzt. Willma Lüthi muss immer auf der Hut sein, damit ihm nichts zustösst – eine kräfteraubende Situation für die 86-Jährige.

Es war die Tochter, die letzten Sommer das Rote Kreuz Kanton Bern kontaktierte, um ihrer Mutter Verschnaufpausen zu ermöglichen. Seither geht die Freiwillige Anita Dähler regelmässig mit Hans Lüthi spazieren. Vom ersten Treffen an waren sich die beiden sympathisch.

Die Spaziergänge sind eine willkommene Abwechslung für den pensionierten Metzgermeister, der gerne mit den Menschen ins Gespräch kommt. Und seine Willma kann in diesen Momenten einmal durchatmen und sich ungestört ihrer Strickarbeit widmen.

Anita Dähler, Freiwillige

Ich bin sehr gerne mit Menschen zusammen. Mein freiwilliges Engagement ist mein Beitrag an die Gemeinschaft.

Anita Dähler
Freiwillige für die Entlastung von Angehörigen

Verschnaufpausen für Angehörige

Betreuende Angehörige sind eine wichtige Stütze des Gesundheitssystems und ihr Einsatz ist besonders in Zeiten des Fachkräftemangels unerlässlich.

Die Betreuungsarbeit ist anstrengend: Sie kann die Angehörigen erschöpfen oder sozial isolieren. Deshalb stehen wir Ihnen zur Seite: Wir vermitteln Freiwillige, die bei der Betreuung unterstützen. Darüber hinaus bieten wir professionelle Beratung und weitere Entlastungsangebote.