Arbeitsintegration

Hoffnung auf eine gute Zukunft

Der Bereich Arbeitsvermittlung- und Coaching des SRK Kanton Bern führt regelmässig Workshops für hochqualifizierte Geflüchtete durch. Diesmal ist eine Kunsttherapeutin zu Besuch.

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Konzentriert durchblättert der Mann ein Hochglanzmagazin, verharrt einige Sekunden auf einer Seite, und schnappt sich anschliessend die Schere. Das ausgeschnittene Bild klebt er auf das kartonierte Blatt vor ihm. Ein prüfender Blick, ein zufriedenes Lächeln - und weiter zum nächsten Magazin.

Das Gleiche tun an diesem Freitagnachmittag Ende April circa 15 weitere Personen in einem Kursraum der Abteilung Migration beim SRK Kanton Bern. Sie alle nehmen an einem Workshop für hochqualifizierte Geflüchtete teil. Heute ist eine Kunsttherapeutin zu Besuch, sie möchte mit den Teilnehmenden Collagen machen.

«Für geflüchtete Personen ist dies eine gute Möglichkeit, sich auszudrücken, wenn es mit der Sprache noch hapert», sagt Barbara Imhasly, die ihr eigenes Kunstatelier in Bern hat.

Auf den kartonierten Vorlagen, die Barbara verteilt, sollen die Teilnehmenden ihre Lebensgeschichte sowie ihren Traumberuf darstellen. Zu dem Zweck liegen zahlreiche Zeitschriften, Zeitungen, Magazine und Werbebroschüren aus.

«Sie können alles ausschneiden, was Sie möchten,» sagt Barbara Imhasly. «Es gibt kein richtig oder falsch – kleben Sie alles, was Sie anspricht, und Ihnen gefällt, in Ihre Collage». Gesagt, getan. Das emsige Schneiden, Blättern und Kleben beginnt.

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Das Wichtigste für alle: eine Arbeit finden

Arlette Oomen, Job Coach in der Migration beim SRK Kanton Bern, organisiert die Workshops für hochqualifizierte Geflüchtete gemeinsam mit ihrer Arbeitskollegin Anja Otth. Allein in diesem Kurs befinden sich ein Hochschuldozent, eine Lehrerin, zwei Wirtschaftsprüfer, eine Kindergärtnerin, ein Ingenieur. Der Grossteil der Teilnehmenden kommt aus der Türkei, 2 Personen stammen aus Syrien.

«Diese Workshops sollen den Menschen Perspektiven aufzeigen. Wir versuchen, interessante Gesprächspartner:innen einzuladen, die zu einem bestimmten Thema referieren», sagt Oomen. Für den nächsten Workshop bittet ein Teilnehmer darum, einen Schweizer Wirtschaftsprüfer einzuladen, der aufzeigt, welche Diplome und Zertifikate es braucht, um in der Schweiz in dem Bereich Fuss zu fassen.

«Es gilt, den Menschen Mut zu machen, aber ihre Hoffnungen nicht zu hochzustecken», erklärt die Job Coach. «Das Wichtigste ist, dass jede und jeder einen Job findet und nicht mehr von der Sozialhilfe abhängig ist».

Denn die bürokratischen und sprachlichen Hürden in der Schweiz sind hoch für geflüchtete Personen, die in ihrem im Heimatland erlernten Beruf wieder einsteigen möchten.

Jede und jeder Teilnehmende präsentiert an diesem Nachmittag ihre/seine Collage. Die Schicksale sind berührend. Man erfährt von Flucht, von schwierigen und langen Wegen, von Verlust und Ratlosigkeit. Man hört aber auch Optimismus, Dankbarkeit und Träume aus den Berichten heraus - und eine gehörige Portion Hoffnung. Hoffnung auf eine gute Zukunft in der Schweiz.

Arbeitsvermittlung und Coaching

Unsere Job Coaches bieten geflüchteten Menschen eine Chance, im Schweizer Arbeitsmarkt Fuss zu fassen. Sie unterstützen ihre Klientinnen und Klienten dabei, sich beruflich zu orientieren, Schnuppereinsätze zu finden und Bewerbungen für Praktika, Lehrstellen und Stellen zu schreiben