Am 11. März 2027 findet im Hotel Bern die Fachtagung «Kindheit mit Fluchterfahrung – Kindesschutz zweiter Klasse?» statt. Sie beleuchtet Herausforderungen im Kindesschutz und zeigt praxisnahe Ansätze zur Unterstützung und Förderung auf.
Programm
Türöffnung
Ab 13.00 Uhr: Ankommen und erste Gespräche führen.
Fachtagung
13.30–17.00 Uhr: Freuen Sie sich auf zwei spannende Fachreferate und eine Podiumsdiskussion mit Raum für Wissen, Austausch und neue Impulse.
Apéro
Ab 17.00 Uhr: Lassen Sie den Nachmittag bei einem Apéro ausklingen und tauschen Sie sich mit anderen Teilnehmenden aus.
Referentinnen Fachreferate
Prof. Dr. Clara Bombach
Clara Bombach ist Dozentin am Departement Soziale Arbeit an der Berner Fachhochschule BFH und Forschungsmitarbeiterin an der Universität Luzern. Sie ist Sozial- und Kulturanthropologin und qualitative Kindheitsforscherin.
Dr. med. Fana Asefaw
Fana Asefaw ist Fachärztin für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie. Sie ist Expertin für transkulturelle Therapie und Traumatherapeutin.
Teilnehmende Podiumsdiskussion
- Dr. med. Fana Asefaw, Fachärztin für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie
- Renuga Kathirgamanathan, dipl. Pflegefachfrau und langjährige Familienbegleiterin
- Christian Holdener, Co-Bereichsleiter Asyl und Flüchtlinge, Gesundheits-, Sozial- und Integrationsdirektion des Kantons Bern
- Vertretung einer Kinderrechtsorganisation
- Vertretung von «Save the Children»
- Vertretung aus der Politik
- Vertretung der KESB
Moderatorin
Marianne Jossen
Marianne Jossen ist Leiterin des Kreises Psychische Gesundheit und Ambulatorium für Folter- und Kriegsopfer und stellvertretende Leiterin des Departements Gesundheit und Integration beim Schweizerischen Roten Kreuz.
Themen der Fachtagung
Warten auf Transfer – aber was geschieht danach? Kinder und ihre Erfahrungen in der kollektiven Asylunterbringung
Geflüchtete Kinder und Jugendliche sind häufig mehrfachen Belastungen und potenziell traumatischen Erfahrungen ausgesetzt. Unsichere Lebensbedingungen und belastete Familiensituationen können zusätzlich ihre psychische und soziale Entwicklung sowie ihre Integration erschweren. Prof. Dr. Clara Bombach zeigt, wie trauma- und kultursensible sowie interdisziplinäre Ansätze Schutzfaktoren wie Resilienz, Selbstwirksamkeit und soziale Eingebundenheit stärken können. Im Zentrum steht ein praxisorientierter Brückenbau-Ansatz: Wie können Medizin, Psychologie und Sozialarbeit zusammenarbeiten, um für geflüchtete Kinder und ihre Familien stabile Entwicklungsbedingungen zu schaffen?
Sichere Brücken bauen – Trauma- und kultursensible Versorgung geflüchteter Kinder und Familien
2024 stammten 41% aller Asylgesuche in der Schweiz von Minderjährigen, 77% dieser Kinder galten als begleitet. Dr. med. Fana Asefaw stellt anhand der Geschichte von Nusret die Perspektive eines geflüchteten Kindes ins Zentrum. Er kam 2019 im Alter von neun Jahren gemeinsam mit seiner Mutter in die Schweiz. Seither hat er viermal die Schule gewechselt und in neun verschiedenen Kollektivunterkünften gelebt. Auf Grundlage qualitativer Studien zur Unterbringung von Familien in Kollektivunterkünften beleuchtet das Referat den Alltag, das Erleben und die Wünsche von Kindern. Was bedeuten wiederholte Umplatzierungen und erzwungene Neuanfänge für ihre Entwicklung und ihr Gefühl von Normalität?
Podiumsdiskussion
Die Podiumsdiskussion bringt unterschiedliche Perspektiven auf den Kindesschutz von Kindern und Jugendlichen mit Fluchterfahrung zusammen und schafft Raum für Austausch und Diskussion.
Häufige Fragen zur Fachtagung
Die Fachtagung findet am 11. März 2027 im Hotel Bern in Bern statt.
Die Fachtagung richtet sich insbesondere an Fachpersonen aus den Bereichen Kindesschutz, Sozialarbeit und Sozialpädagogik, Bildung, Gesundheit sowie Asyl und Migration.
Der Normaltarif beträgt CHF 75.–. Für Studierende gibt es eine begrenzte Anzahl Plätze zum reduzierten Tarif von CHF 40.–. Nach der Anmeldung wird eine Rechnung zugestellt.
Die Fachtagung findet in deutscher Sprache statt.
Die Anmeldung erfolgt direkt über das Anmeldeformular auf dieser Website. Die Platzzahl ist begrenzt. Die Anmeldungen werden nach Eingangsdatum berücksichtigt. Anmeldeschluss ist der 4. März 2027.