Erfahrungsbericht
Wenn Kuchen und Kostüme viel bewirken
In der Rotkreuz-Kollektivunterkunft auf dem Twannberg bringen Freiwillige regelmässig Abwechslung in den Alltag von geflüchteten Menschen. Ein Augenschein vor Ort.
Mittwoch, 13.30 Uhr: Vor der Kollektivunterkunft Twannberg im Seeland warten mehrere Bewohnerinnen und Bewohner auf Marina Kurt. Kaum trifft sie mit ihrem Auto ein, helfen ihr die Wartenden beim Entladen: Sie hat Kisten mit Mehl, Butter, Eiern, Pfirsichen und zahlreichen Backutensilien dabei, die nun in die grosse Gemeinschaftsküche gebracht werden.
Backen mit Geflüchteten
Marina Kurt engagiert sich als Freiwillige beim SRK Kanton Bern. Alle zwei Wochen kommt sie vorbei, um mit den Bewohnerinnen und Bewohnern zu backen. «Begonnen haben wir mit einfachen Cupcakes – die Sprache war zunächst eine grosse Herausforderung», erzählt sie.
«Mit Gesten, Lachen und Geduld fanden wir zueinander. Heute backen wir gemeinsam auch Linzer Torte oder Brownies – und verstehen uns erstaunlich gut.» Die Backnachmittage sind beliebt und bringen eine willkommene Abwechslung für die geflüchteten Menschen. So ertönt aus der Küche schon bald munteres Plappern und Klappern.
Spielen mit Kindern
Auch im Spielzimmer der Kollektivunterkunft ist an diesem Nachmittag einiges los. Wie jeden Mittwoch spielt, singt und bastelt Anna Markova mit den Kindern, die hier wohnen. Der gebürtigen Ukrainerin liegt ihr Engagement auf dem Twannberg am Herzen:
Um den Kindern neue Stabilität zu geben, geht Anna Markova jede Woche gleich vor und stellt ihren Besuch unter ein Motto. Heute ist es Fasnacht und sie überrascht die Kinder im Prinzessinnenkostüm. Ausserdem hat sie Material dabei, um Fasnachtsmasken zu basteln.
Suche nach Freiwilligen
Neben Anna Markova und Marina Kurt engagieren sich noch zwei Freiwillige regelmässig für die rund 80 Menschen in der Kollektivunterkunft Twannberg. Sie geben Deutschkurse und organisieren sportliche Aktivitäten oder gemeinsame Spiele. Weitere Freiwillige sind willkommen und können sich je nach Interesse einbringen, zum Beispiel mit Nähateliers oder Gymnastikstunden.
Aus der Küche duftet es mittlerweile immer intensiver: Heute gibt es Pfirsichkuchen. Und aus dem Spielzimmer rennen glückliche Kinder mit bunten Masken.