Interview
Zurück auf die Beine – und ans Steuer
Nach einem schweren Unfall lernt Heinz Pfister wieder laufen. Heute unterstützt der 72-Jährige als freiwilliger Rotkreuz-Fahrer Menschen mit eingeschränkter Mobilität.
Vor 21 Jahren verändert ein Unfall das Leben von Heinz Pfister grundlegend. Während einer Übung bei der freiwilligen Feuerwehr stürzt er aus 4,5 Metern Höhe von einer Leiter. Die Folgen: ein zerstörter Lendenwirbel, eine verletzte Schulter und ein kaputter Fuss. Heinz Pfister wird ins Schweizer Paraplegiker-Zentrum in Nottwil verlegt.
Wieder auf eigenen Beinen
Die Prognose, «vermutlich nie mehr laufen zu können», akzeptiert Heinz Pfister nicht. Mit täglichem Training läuft er nach eineinhalb Monaten am Rollator und verlässt nach sieben Monaten Nottwil. Zwar an Stöcken, aber auf den eigenen Beinen. Noch während der Rehabilitation bestätigt ein Experte: Autofahren ist kein Problem. So bleibt Heinz Pfister mobil.
Mobilität für andere
Trotz seiner Einschränkungen ist es Heinz Pfister möglich, täglich rund zweieinhalb Stunden bei seinem früheren Arbeitgeber zu arbeiten. Doch der Alltag wird ihm bald zu ruhig. So beschliesst er, sich als freiwilliger Fahrer beim Roten Kreuz im Kanton Bern zu engagieren. Aus eigener Erfahrung weiss er: Mobilität bedeutet Lebensqualität. Seit 12 Jahren fährt er nun Menschen zu für sie wichtigen Terminen.
Viele Kilometer
Zu Beginn war Heinz Pfister von Montag bis Freitag als Fahrer unterwegs. Heute nimmt er sich einen Tag pro Woche frei: Montags geniesst er die Zeit mit seinem Enkelkind. Jährlich legt er rund 5000 Kilometer für das Rote Kreuz zurück. Sein persönlicher Rekord liegt bei fünf Fahrten an einem einzigen Tag. Und ob Stammgäste oder neue Fahrgäste, Heinz Pfister schenkt ihnen ein Stück Freiheit.