Sich engagieren
Nach 20 Jahren ist Schluss
Seit 20 Jahren ist Gottfried Röthlisberger als Rotkreuz-Fahrer im Emmental im Einsatz. Ende November 2023 hört er auf. Warum?
«Wenn ich könnte, würde ich weiterhin fahren», sagt Gottfried Röthlisberger. Doch die Regelung ist klar: Fahrerinnen und Fahrer verlassen bei vollendetem 80. Altersjahr den Rotkreuz-Fahrdienst. Und bei ihm ist es Ende Jahr so weit.
Dass er einmal so lange für das Rote Kreuz im Einsatz sein wird, hätte Gottfried Röthlisberger nicht gedacht: «Nach meiner Frühpensionierung wollte ich noch etwas tun. Ich mag den Kontakt mit Menschen und fahre sehr gerne Auto.» Ein Engagement als Rotkreuz-Fahrer schien optimal. Das war vor 20 Jahren.
Seine Fahrtauglichkeit lässt Gottfried Röthlisberger regelmässig überprüfen. Rund 11'000 Kilometer legt er pro Jahr für das Rote Kreuz zurück. Sein ganzes Leben lang war Gottfried Röthlisberger nicht in einen einzigen Autounfall verwickelt. Er ist ein routinierter und vorsichtiger Fahrer. Und für das letzte Quäntchen Glück sorgt ein Hufeisen am Kühlergrill seines Autos, das er vor vielen Jahren geschenkt bekommen hat.
Die Fahrten im Emmental werden von 257 freiwilligen Fahrerinnen und Fahrern übernommen. Zur Deckung der Fahrkosten mit ihrem privaten Auto erhalten sie eine Kilometerentschädigung und sind während der Fahrten versichert. «Ich musste nie drauflegen», versichert Gottfried Röthlisberger. «Finanziellen Gewinn macht man nicht, aber die Kundinnen und Kunden sind sehr dankbar.» Es sind vor allem ältere Leute, die nicht mehr mobil sind, die den Rotkreuz-Fahrdienst in Anspruch nehmen. Viele Fahrten führen ins Spital nach Bern, seltener auch über die Kantonsgrenze hinaus.
Seine allererste Fahrt als Rotkreuz-Fahrer, daran erinnert sich Gottfried Röthlisberger, führte 2003 von Burgdorf nach Bern. Seine letzte findet wohl im November statt, die Route ist noch unbekannt.